28.01.2026

Shopify Produktkonfigurator – Software, Module und Architekturentscheidungen

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Produktkonfigurator

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Shopify wird im Mittelstand zunehmend für erklärungsbedürftige Produkte eingesetzt. Spätestens bei variantenreichen Angeboten stellt sich eine grundlegende Frage: Wie lässt sich Produktkonfiguration so umsetzen, dass sie stabil bleibt, wenn Komplexität, Vertrieb und Organisation wachsen? Die Antwort ist keine Plugin-Frage. Sie ist eine Architekturentscheidung.



Shopify als System – und wo seine Aufgabe endet


Shopify ist ein starkes e-Commerce-System. Inhalte, Produkte, Checkout und Zahlungen sind sauber gelöst. Mit der Winter Edition 2026 wurden die Möglichkeiten für Varianten deutlich erweitert. Bis zu 2.048 Varianten pro Produkt sind heute nativ möglich, ergänzt durch Metafelder und Metaobjekte.

Das ist ein Fortschritt. Aber keine Lösung für komplexe Produkt- und Angebotslogik. Shopify bildet Auswahl ab. Nicht Regeln, Machbarkeit und Angebotslogik.



Warum mehr Varianten nicht automatisch bessere
Konfiguration bedeuten


Varianten sind keine Regeln. Optionen sind keine Angebotslogik.

Sobald Produkte technisch abhängen, Preise nicht linear sind oder Sonderfälle relevant werden, stößt der Shop an strukturelle Grenzen. Typische Fragen lassen sich dort nicht sauber beantworten:

  • Welche Kombination ist zulässig?

  • Welche Abhängigkeiten gelten nur in bestimmten Fällen?

  • Wie entstehen Preise, Zuschläge oder Ausnahmen?

Ein leistungsfähiges Shopsystem ist keine geeignete Heimat für komplexe Produktlogik.


Die zentrale Architekturfrage


Die entscheidende Frage lautet nicht: Welcher Shopify Produktkonfigurator ist der richtige?

Die entscheidende Frage lautet: Wo liegt die Produkt- und Angebotslogik?

Diese Entscheidung bestimmt Wartbarkeit, Abhängigkeiten und Zukunftssicherheit.


Drei Modelle für Produktkonfiguration auf Shopify


1. Native Shopify-Funktionen

Geeignet für überschaubare Varianten, klare Auswahl, direkten Checkout.

Grenzen liegen bei Regelwerken, Portabilität und Angebotslogik.


2. Drittanbieter-Apps im Shopify-Ökosystem

Erweitern die Auswahl um Logiken, Preisformeln und Visualisierung.

Sinnvoll bei mittlerer Komplexität, aber strukturell an Shopify gebunden.


3. Stand-Alone Produktkonfigurator- oder CPQ-Systeme

Eigenständige Logikschicht, Shopify als Frontend.

Geeignet für komplexe Produkte, B2B-Vertrieb und Angebotsprozesse.



Marktübersicht Produktkonfigurator-Lösungen im Shopify-Umfeld


Die Übersicht ist bewusst kuratiert. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Entscheidend ist die Systemklasse, nicht der Name.


Shop-nahe Konfiguratoren und Shopify-Apps


Advanced Product Options

Erweiterung der nativen Shopify-Variantenlogik um komplexere Options- und Preisregeln.

Wichtigste Funktionen:

  • Über 20 Optionstypen

  • Bedingte Logiken (Show/Hide)

  • Formelbasierte Preisberechnung

  • Maßeinheiten und Zuschläge

Hersteller: Mageworx (https://www.mageworx.com)

Referenzen: Breite Nutzung im Shopify-Umfeld, vor allem bei konfigurierbaren Konsum- und B2C-Produkten.



SC Product Options

Stark auf Upselling und Warenkorboptimierung ausgerichtete Optionslösung.

Wichtigste Funktionen:

  • Unbegrenzte Optionsfelder

  • Datei-Uploads für Logos und Vorlagen

  • Farb- und Bildswatches

  • Zusatzprodukte und Add-ons

Hersteller: ShopCircle (https://www.shopcircle.co)

Referenzen: Häufig eingesetzt im Print-, Merch- und Custom-Goods-Umfeld.



Custom Product Builder

Technisch leistungsfähiger Konfigurator für sehr hohe Variantenanzahl direkt im Shop.

Wichtigste Funktionen:

  • Unterstützung von Millionen Varianten

  • Excel-ähnliche Formeln

  • Abhängigkeiten zwischen Optionen

  • Gewicht- und Maßlogik

Hersteller: Buildateam (https://www.buildateam.io)

Referenzen: Einsatz bei stark individualisierten Produkten mit hohem Regelanteil.



Easify Custom Product Options

Einfach zu bedienender Konfigurator für schnelle Umsetzung ohne tiefes Technikverständnis.

Wichtigste Funktionen:

  • Über 20 Optionstypen

  • Live-Vorschau für Text und Bilder

  • Schnelle Implementierung

Hersteller: Easify (https://www.easify.app)

Referenzen: Kleinere bis mittlere Shops mit Fokus auf Personalisierung.



Inkybay – Product Personalizer

Spezialisierte Lösung für Druck-, Gravur- und Personalisierungsprozesse.

Wichtigste Funktionen:

  • Vektorbasierter Editor

  • Automatisierte Erstellung druckfertiger Dateien

  • Produktionsnahe Workflows

Hersteller: Inkybay (https://www.inkybay.com)

Referenzen: Druckereien, Textil- und Werbemittelanbieter.



Stand-Alone Produktkonfigurator- und CPQ-Systeme


Apto.ONE

Stand-Alone Produktkonfigurator mit klarer Trennung von Produktlogik und Commerce-Frontend. Shopify fungiert als transaktionaler Kanal.

Wichtigste Funktionen:

  • Regelbasierte Produktlogik

  • OnePage- und Step-by-Step-Konfiguration

  • Echtzeit-Visualisierung, optional 3D

  • Anbindung an CRM und ERP

Hersteller: nanoLogika GmbH (https://apto.one)

Referenzen: MisterPen, verschiedene B2B- und Markenhersteller.


CONFIGON

Ganzheitliche CPQ-Plattform mit starker Ausrichtung auf technische Planung und Fertigung.

Wichtigste Funktionen:

  • 3D-Drag-and-Drop-Planung

  • Automatische CAD-, Zeichnungs- und Stücklistenerstellung

  • Regelbasierte Machbarkeitsprüfung

Hersteller: Resolto Informatik GmbH (https://www.configon.com)

Referenzen: WAGO, KAISER.


Zakeke

Plattformübergreifende Visual-Commerce-Lösung für 2D-, 3D- und AR-Konfigurationen.

Wichtigste Funktionen:

  • 2D- und 3D-Personalisierung

  • Augmented Reality und Virtual Try-On

  • Native Plugins für mehrere Shopsysteme

Hersteller: Zakeke (https://www.zakeke.com)

Referenzen: Internationale Marken im Konsum- und Lifestyle-Bereich.


Kickflip

UX-fokussierter Produktkonfigurator mit starkem Content-Ansatz.

Wichtigste Funktionen:

  • Multi-Perspektiven-Vorschau

  • Komponentenbasierte Bestandslogik

  • No-Code-Konfiguration

Hersteller: Kickflip (https://www.gokickflip.com)

Referenzen: Markenhersteller mit starkem Fokus auf Customer Experience.


Expivi

API-first Plattform für 3D-Konfiguration und CPQ als zentrale Logikschicht.

Wichtigste Funktionen:

  • Browserbasiertes Echtzeit-Rendering

  • Integrierte Angebots- und Stücklistenerstellung

  • Web-Component-Ansatz für Frontends

Hersteller: Expivi (https://www.expivi.com)

Referenzen: Industrie- und B2B-Anwendungen mit hoher Variantenlogik.


Threekit

Enterprise-Lösung für parametrische Konfiguration und High-End-Visualisierung.

Wichtigste Funktionen:

  • Parametrische 3D-Konfiguration

  • Virtual Photography

  • AR-Integration

  • Enge Verzahnung mit Commerce-Plattformen

Hersteller: Threekit (https://www.threekit.com)

Referenzen: Große internationale Marken, insbesondere im Enterprise-Umfeld.



Warum Produktlogik nicht in den Shop gehört


Produktlogik ist verdichtetes Unternehmenswissen:

  • technische Machbarkeit

  • Preis- und Zuschlagsregeln

  • Ausnahmen

  • Erfahrungswerte aus Vertrieb und Fertigung

Dieses Wissen verändert sich. Es muss nachvollziehbar, wartbar und unabhängig bleiben. Wird es im Shop oder in Plugins verankert, entstehen Risiken:

  • starke Abhängigkeit vom Shopsystem

  • erschwerter Plattformwechsel

  • geringe Transparenz

  • steigende Fehleranfälligkeit

Das Problem ist nicht Shopify. Das Problem ist falsche Zuständigkeit.



Typische Fehlentscheidungen aus der Praxis


  • Plugin-Auswahl aus Bequemlichkeit

  • Logik „erstmal“ im Shop umgesetzt

  • Nachträgliche Kopplung an CRM oder ERP

  • Pflegeaufwand unterschätzt

All dies ist kurzfristig funktional, aber langfristig blockierend.



Klare Rollentrennung


Ein Shop-Konfigurator unterstützt Auswahl und Kauf.

Er endet im Checkout.

Ein Angebots- oder CPQ-Konfigurator sichert Regeln, Preise und Machbarkeit.

Er ist Teil des Vertriebsprozesses.

Wer diese Rollen vermischt, erzeugt strukturelle Instabilität.



Fazit


Ein Shopify Produktkonfigurator ist keine Feature-Entscheidung. Er ist eine Architekturentscheidung.

Shopify ist stark im Commerce. Für komplexe Produkt- und Angebotslogik braucht es eine klare Trennung von Zuständigkeiten.

Die entscheidende Frage bleibt: Wo soll unser Produktwissen leben – und wie unabhängig wollen wir damit sein?

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