Produktkonfigurator
Software
Ein Werkzeug zur Darstellung und Kalkulation komplexer Produkte.
Produktkonfiguratoren spielen in der modernen Wirtschaft eine zentrale Rolle, insbesondere in Zeiten zunehmender Digitalisierung und Variantenvielfalt. Sie sind Softwaretools, die es ermöglichen, kundenspezifische Produktspezifikationen schnell, präzise und fehlerfrei zu erstellen. Von der Auswahl einzelner Komponenten bis hin zur automatisierten Preisberechnung sorgen Produktkonfiguratoren für eine nahtlose Verbindung zwischen Vertrieb, Produktion und Kunden.
Eingesetzt werden sie sowohl im Konsumgüterbereich, etwa für die individuelle Gestaltung von Produkten, als auch bei Investitionsgütern, wo sie helfen, komplexe Maschinen oder Anlagen exakt nach den Anforderungen der Kunden zusammenzustellen. Durch die Integration moderner Technologien optimieren Produktkonfiguratoren Prozesse, reduzieren Fehlerquellen und steigern die Effizienz. Sie sind damit unverzichtbare Werkzeuge für Unternehmen, die ihren Kunden maßgeschneiderte Lösungen bieten möchten.
Warum eine Produktkonfigurator-Software heute geschäftskritisch ist
In einer Zeit zunehmenden globalen Preiswettbewerbs, verkürzter Innovationszyklen und stetig steigender Kundenanforderungen nach Individualisierung entwickelt sich Produktkonfigurator-Software von einem operativen Hilfsmittel zu einem strategischen Schlüsselelement für den Unternehmenserfolg.
Insbesondere für Geschäftsführung und Vertriebsleitung adressiert sie eine zentrale unternehmerische Herausforderung:
Wie lassen sich individuelle Kundenlösungen wirtschaftlich, skalierbar und fehlerfrei verkaufen, ohne die Effizienz der Serienproduktion zu verlieren?
Eine Produktkonfigurator-Software schließt genau diese Lücke. Sie übersetzt komplexe, variantenreiche Produktportfolios in beherrschbare, standardisierte Vertriebsprozesse und verbindet Marktanforderungen direkt mit Produktion, Preislogik und Lieferfähigkeit.
Wettbewerbsvorteile durch Individualisierung
(Mass Customization)
Das Prinzip der Mass Customization beschreibt die Fähigkeit, kundenspezifische Produkte anzubieten, ohne auf die Kostenvorteile industrieller Serienfertigung verzichten zu müssen. Moderne Produktkonfigurator-Systeme sind der zentrale Enabler dieses Ansatzes.
Differenzierung im Wettbewerb
Unternehmen sind heute weniger über den Preis differenzierbar als über die Fähigkeit, individuelle Anforderungen präzise zu erfüllen. Eine Produktkonfigurator-Software ermöglicht faktisch eine „Losgröße 1“, eingebettet in standardisierte, skalierbare Prozesse. Dadurch entstehen Wettbewerbsvorteile gegenüber Anbietern reiner Standardprodukte.
Beherrschung der Variantenvielfalt
Wachsende Produktportfolios führen ohne Systemunterstützung schnell zu unkontrollierbarer interner Komplexität. Ein Konfigurator löst diesen Zielkonflikt, indem er:
nach außen maximale Auswahlfreiheit bietet,
intern jedoch auf modularen Produktarchitekturen und klaren Regeln basiert.
So bleibt die interne Varianz beherrschbar, während der Kunde maximale Individualität wahrnimmt.
Einbindung des Kunden in den Lösungsprozess
Durch Co-Design wird der Kunde aktiv in die Konfiguration eingebunden. Diese Beteiligung erzeugt:
eine höhere emotionale Bindung,
ein stärkeres Vertrauen in die Lösung,
und eine deutlich geringere Kaufunsicherheit.
Der Effekt: Kunden kaufen nicht nur ein Produkt – sie kaufen ihre eigene Lösung.
Absicherung der technischen Machbarkeit
Das hinterlegte Regelwerk stellt sicher, dass ausschließlich technisch valide und produzierbare Konfigurationen entstehen. Fehler, die sonst erst in Konstruktion oder Fertigung sichtbar würden, werden bereits im Vertriebsprozess ausgeschlossen, mit enormem Effekt auf Kosten, Qualität und Liefertreue.
Steigerung von Umsatz, Margen und Marktanteilen
Die Einführung einer Produktkonfigurator-Software wirkt sich direkt messbar auf zentrale betriebswirtschaftliche Kennzahlen aus. In der Praxis zeigen viele Projekte eine Amortisation innerhalb von drei bis zwölf Monaten.
Umsatzwachstum durch intelligente Verkaufslogik
Konfiguratoren ermöglichen gezieltes Cross-Selling und Up-Selling, indem passende Zusatzoptionen oder höherwertige Varianten kontextbezogen vorgeschlagen werden. Der durchschnittliche Auftragswert steigt, ohne den Vertriebsaufwand zu erhöhen.
Höhere Abschlussquoten
Interaktive Konfigurationen, visuelle Darstellungen und deutlich verkürzte Angebotszeiten führen zu signifikant höheren Konversionsraten. Praxisbeispiele zeigen Steigerungen von über 50 %, insbesondere bei erklärungsbedürftigen Produkten.
Margensicherung und Fehlerkostenreduktion
Fehlkonfigurationen verursachen hohe Kosten in Produktion, Logistik und Service. Der Einsatz einer Produktkonfigurator-Software minimiert diese Risiken und sorgt durch automatisierte Preis- und Zuschlagslogiken für eine margensichere Angebotserstellung, unabhängig von der Erfahrung einzelner Vertriebsmitarbeiter.
Skalierbare Marktexpansion
Webbasierte Self-Service-Konfiguratoren ermöglichen:
neue digitale Vertriebskanäle,
internationale Markterschließung,
und Partnervertrieb
ohne proportionalen Aufbau von Vertriebsressourcen. Wachstum wird dadurch skalierbar statt personalintensiv.
Reduktion der Vertriebskosten
Technisches Expertenwissen ist im System hinterlegt und steht jederzeit zur Verfügung. Standardangebote benötigen keine manuelle Prüfung durch Engineering oder Konstruktion mehr, der Vertrieb arbeitet schneller, günstiger und unabhängiger.
Einfluss auf digitale Transformation und unternehmerische Resilenz
Eine Produktkonfigurator-Software ist kein isoliertes Tool, sondern ein zentrales Element der digitalen Transformation.
Durchgängige digitale Prozesskette
Von der ersten Kundeninteraktion über die Konfiguration bis hin zur Übergabe von Stücklisten, Arbeitsplänen und Aufträgen an ERP- oder CAD-Systeme erfolgt der Prozess medienbruchfrei. Das reduziert Reibungsverluste und erhöht die Prozessqualität über Abteilungen hinweg.
Absicherung gegen Fachkräftemangel
Produkt- und Vertriebswissen wird systematisch im Konfigurator abgebildet. Dadurch entstehen keine gefährlichen „Kopfmonopole“ mehr. Neue Mitarbeiter im Vertrieb werden schneller produktiv und können auch komplexe Produkte sicher verkaufen.
Erhöhte organisatorische Agilität
Produkt- oder Preisänderungen werden zentral gepflegt und sind sofort im gesamten Vertrieb verfügbar, weltweit und kanalübergreifend. Unternehmen reagieren schneller auf Marktveränderungen, Wettbewerbsdruck oder Lieferengpässe.
Beschleunigte Time-to-Order
Die drastisch verkürzte Zeit vom Erstkontakt bis zum Auftrag erhöht nicht nur die Abschlusswahrscheinlichkeit, sondern auch die Reaktionsfähigkeit und Resilienz des Unternehmens in volatilen Märkten.
Für die Geschäftsführung und Vertriebsleitung ist eine Produktkonfigurator-Software heute, kein IT-Werkzeug, sondern ein strategisches Steuerungsinstrument, das Individualisierung, Effizienz, Skalierbarkeit und wirtschaftliche Stabilität miteinander verbindet.
Was ist eine
Produktkonfigurator-Software?
Definition, Einordnung und strategische Abgrenzung
Dieses Kapitel schafft Klarheit über zentrale Begrifflichkeiten und grenzt unterschiedliche Systemarten sauber voneinander ab. Ziel ist es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die strategische Vertriebs- und Systemausrichtung zu schaffen – jenseits von Marketingbegriffen und unscharfen Marktdefinitionen.
Was ist ein Produktkonfigurator?
Ein Produktkonfigurator ist ein digitales, wissensbasiertes Werkzeug, das Anwender dabei unterstützt, variantenreiche Produkte oder Dienstleistungen aus einzelnen Komponenten und Merkmalen regelbasiert und fehlerfrei zu konfigurieren.
Eine Produktkonfigurator-Software fungiert dabei als intelligente Schnittstelle zwischen:
dem individuellen Kundenwunsch,
der strukturierten Angebotserstellung
und der nachgelagerten Produktion oder Auftragsabwicklung.
Im Gegensatz zu einfachen Auswahlformularen oder statischen Produktmasken zeichnet sich ein Produktkonfigurator durch eine hinterlegte Entscheidungs- und Regel-Logik aus. Diese prüft bereits während der Konfiguration automatisch:
die technische Machbarkeit,
die logische Konsistenz von Merkmalen,
sowie – je nach Ausprägung – auch die kaufmännische Plausibilität.
Das Ergebnis ist stets eine gültige, produzierbare Spezifikation, die ohne manuelle Nacharbeit in Systeme wie ERP, CAD oder die Angebotsdokumentation überführt werden kann. Ziel ist es, Fehlerquellen frühzeitig zu eliminieren und den Vertriebsprozess nachhaltig zu industrialisieren.
Was ist ein Synonym für Konfiguratoren?
Warum Begriffe oft verwirren
In der Unternehmenspraxis und im Softwaremarkt werden verschiedene Begriffe häufig synonym verwendet, obwohl sie teils unterschiedliche Schwerpunkte betonen. Für Entscheider ist diese begriffliche Unschärfe eine häufige Quelle von Fehlannahmen.
Gängige Bezeichnungen sind unter anderem:
Variantenkonfigurator
Betont die Fähigkeit des Systems, eine hohe Variantenvielfalt – bis hin zur Losgröße 1 – technisch zu beherrschen.
Konfigurator
Die verkürzte, umgangssprachliche Form, die jedoch keine Aussage über Funktionsumfang oder Einsatzbereich trifft.
Customizing Tool
Vor allem im internationalen Umfeld gebräuchlich; fokussiert auf die kundenindividuelle Anpassung, oft ohne klare Abgrenzung zur technischen Tiefe.
Online Designer
Meist webbasierte Lösungen mit starkem Fokus auf visuelle Gestaltung, beispielsweise im Möbel-, Textil- oder Konsumgüterbereich.
Produktfinder / Produktratgeber
Systeme, die primär bei der Auswahl einer geeigneten Produktgruppe oder Variante unterstützen (es sind meist Filter), jedoch keine vollständige Konfiguration oder Regelprüfung durchführen.
Wichtig für die Praxis:
Nicht jede Lösung, die sich „Konfigurator“ nennt, erfüllt die Anforderungen an eine professionelle Produktkonfigurator-Software im vertrieblichen oder industriellen Kontext.
CPQ-Systeme: die umfassende Vertriebslösung
Der Begriff CPQ steht für Configure, Price, Quote und bezeichnet Softwarelösungen, die den gesamten Prozess von der Konfiguration über die Preisfindung bis zur Angebotserstellung integrieren und automatisieren.
Während eine reine Produktkonfigurator-Software häufig auf die technische Zusammenstellung fokussiert ist, erweitert eine CPQ-Lösung diesen Ansatz um zwei entscheidende Dimensionen:
Configure – Konfiguration
Die regelbasierte, technisch fehlerfreie Zusammenstellung komplexer Produkte unter Berücksichtigung von Abhängigkeiten, Variantenlogiken und Ausschlussregeln.
Price – Preisfindung
Die dynamische Kalkulation von Preisen in Echtzeit, inklusive:
kundenspezifischer Konditionen,
Rabatten und Zuschlägen,
Währungen,
sowie Margen- und Freigaberegeln.
Quote – Angebotserstellung
Die automatisierte Generierung professioneller, markenkonformer Angebotsdokumente, die neben der Produktspezifikation auch:
Visualisierungen,
technische Datenblätter,
Lieferzeiten
und rechtliche Bedingungen enthalten können.
Worin besteht der Unterschied zwischen CPQ und Produktkonfigurator?
In der Praxis ist der Produktkonfigurator häufig der Kernbestandteil und die Benutzeroberfläche einer CPQ-Lösung. CPQ-Systeme erweitern den Konfigurator somit um eine klare vertriebliche und kaufmännische Perspektive.
Funktionale Abgrenzung:
Vertriebs- vs. technische Konfiguratoren
Für die Geschäftsführung und Vertriebsleitung ist weniger die Technologie entscheidend als der primäre Einsatzzweckder Lösung.
Was ist ein Vertriebskonfigurator (Sales Configurator)?
Ein Vertriebskonfigurator ist auf die Interaktion mit Kunden, Außendienst oder Partnern optimiert. Er nutzt häufig den Ansatz des Guided Selling, um Anforderungen strukturiert abzufragen und schrittweise in technische Merkmale zu übersetzen – auch dann, wenn der Nutzer kein tiefes technisches Expertenwissen besitzt.
Der Fokus liegt auf:
Benutzerfreundlichkeit,
Verkaufsargumentation,
Geschwindigkeit
und Abschlussstärke.
Was ist ein Technischer Konfigurator (ERP- oder Stücklisten-Konfigurator)?
Technische Konfiguratoren sind meist tief in ERP-, PDM- oder PLM-Systeme integriert. Sie dienen primär der internen Auftragserfüllung und erzeugen automatisiert:
Stücklisten (BOM),
Arbeitspläne,
fertigungsrelevante Daten
für Konstruktion, Montage und Produktion.
Moderne Enterprise-Produktkonfigurator-Software verbindet beide Welten. Sie ermöglicht eine durchgängige, medienbruchfreie Prozesskette, vom ersten Kundenkontakt über den Vertrieb bis hin zur Maschine in der Werkhalle.
Produktions- und Auftragslogiken im Kontext von Produktkonfiguratoren
Die Frage, wie ein Produkt gefertigt und ausgeliefert wird, ist für die Ausgestaltung einer Produktkonfigurator-Software von zentraler Bedeutung.
Produktions- und Auftragslogiken bestimmen, wie viel Freiheit der Konfigurator zulassen darf, wie tief die technische Absicherung sein muss und wie eng Vertrieb, Konstruktion und Fertigung miteinander verzahnt werden.
Für die Geschäftsführung sind diese Logiken ein strategischer Bezugsrahmen, um zu beurteilen, welcher Konfiguratoransatz zum eigenen Geschäftsmodell passt.
Engineer-to-Order (ETO)
Beim Engineer-to-Order wird jedes Produkt neu konstruiert oder wesentlich angepasst, nachdem der Kundenauftrag vorliegt.
Charakteristik
Hoher Individualisierungsgrad
Konstruktion beginnt erst nach Auftragseingang
Lange Durchlaufzeiten
Hoher Engineering-Anteil
Bedeutung für Produktkonfiguratoren
Im klassischen Sinne ist ETO nur eingeschränkt konfigurierbar. Produktkonfiguratoren übernehmen hier weniger die vollständige Auslegung, sondern:
strukturieren Anforderungen,
erfassen Randbedingungen,
und erzeugen vorkonfigurierte Lösungsräume für die Konstruktion.
Strategisch relevant ist ETO vor allem dort, wo Konfiguratoren als Anbahnungs- und Vorstrukturierungswerkzeugfür komplexe Projekte dienen.
Configure-to-Order (CTO)
Beim Configure-to-Order werden Produkte aus vordefinierten Modulen und Regeln kundenindividuell zusammengestellt.
Charakteristik
Hohe Variantenvielfalt
Technisch vollständig regelbar
Konstruktion weitgehend standardisiert
Sehr gut skalierbar
Bedeutung für Produktkonfiguratoren
CTO ist das klassische und wichtigste Einsatzfeld für Produktkonfigurator-Software:
Regelwerke sichern technische Machbarkeit
Varianten werden systemisch beherrscht
Angebote sind direkt produzierbar
Für viele Industrieunternehmen ist CTO der strategische Zielzustand, da er Individualisierung mit Wirtschaftlichkeit verbindet.
Assemble-to-Order (ATO)
Beim Assemble-to-Order werden standardisierte Baugruppen erst nach Auftragseingang montiert, jedoch nicht neu gefertigt.
Charakteristik
Baugruppen auf Lager
Endmontage kundenspezifisch
Kurze Lieferzeiten
Geringes technisches Risiko
Bedeutung für Produktkonfiguratoren
Produktkonfiguratoren steuern hier vor allem:
die Auswahl kompatibler Baugruppen,
die Stücklistenlogik,
und die korrekte Kombination vorhandener Komponenten.
ATO-Konfiguratoren sind besonders effektiv im Vertrieb, da sie schnelle Angebote mit hoher Liefersicherheit ermöglichen.
Make-to-Order (MTO)
Beim Make-to-Order beginnt die Fertigung erst nach Auftragseingang, jedoch ohne grundlegende Neukonstruktion.
Charakteristik
Fertigung auftragsbezogen
Begrenzte Varianten
Produktionsprozesse bekannt
Moderate Lieferzeiten
Bedeutung für Produktkonfiguratoren
Konfiguratoren stellen sicher, dass:
nur fertigungstaugliche Varianten angeboten werden,
Materialbedarfe korrekt abgeleitet werden,
Preise und Lieferzeiten valide bleiben.
MTO-Konfiguratoren verbinden Vertrieb direkt mit der Produktionsplanung.
Pick-to-Order (PTO)
Beim Pick-to-Order werden Produkte vollständig aus vorgefertigten, lagernden Artikeln zusammengestellt.
Charakteristik
Sehr geringe Komplexität
Hoher Standardisierungsgrad
Extrem kurze Lieferzeiten
Fokus auf Logistik
Bedeutung für Produktkonfiguratoren
Hier fungiert der Konfigurator primär als:
Auswahl- und Kombinationshilfe,
Vertriebs-Frontend,
und Validierungsinstanz für verfügbare Artikel.
PTO ist häufig im B2C- oder Ersatzteilumfeld relevant.
Standard-to-Order (STO)
Beim Standard-to-Order werden vollständig standardisierte Produkte ohne Varianten angeboten.
Charakteristik
Keine Individualisierung
Serienfertigung
Maximale Effizienz
Bedeutung für Produktkonfiguratoren
In reinen STO-Szenarien ist kein Produktkonfigurator erforderlich.
Allerdings nutzen Unternehmen Konfiguratoren hier zunehmend:
zur strukturierten Produktauswahl,
zur Vorbereitung zukünftiger CTO-/ATO-Modelle,
oder als Einstieg in Mass Customization.
Strategische Einordnung für Entscheider
Die Produktions- und Auftragslogik bestimmt:
wie komplex ein Konfigurator sein muss,
welche Abteilungen eingebunden werden,
und welche wirtschaftlichen Effekte realistisch sind.
Faustregel für das Management:
STO / PTO → Fokus auf Vertrieb & UX
ATO / MTO → Fokus auf Prozessintegration
CTO → maximaler strategischer Hebel
ETO → Strukturierung & Vorqualifizierung statt Vollautomatisierung
Für Entscheider ist nicht die Frage, ob ein Konfigurator eingesetzt wird, sondern welche Art von Produktkonfigurator-Software zur eigenen Vertriebsstrategie, Produktkomplexität und Wachstumsambition passt.
Produktkonfigurator einführen oder weiterentwickeln?
Ich unterstütze Unternehmen bei Softwareauswahl, Konzeption und Optimierung von Produktkonfiguratoren.
Damit Ihre Konfigurator-Software nicht nur funktioniert, sondern Angebote beschleunigt, Fehler reduziert und Ihr Vertriebsteam entlastet.
Vertriebsfokus
Guided Selling, Customer Experience & Abschlussstärke
In modernen Vertriebsorganisationen fungiert eine Produktkonfigurator-Software als zentrales Bindeglied zwischen einem komplexen, variantenreichen Produktportfolio und einem konsistenten, überzeugenden Kundenerlebnis.
Der Fokus liegt dabei nicht allein auf technischer Korrektheit, sondern zunehmend auf intuitiver Nutzerführung, emotionaler Einbindung und vertrieblicher Wirksamkeit.
Richtig eingesetzt, wird der Produktkonfigurator von einem passiven Auswahlwerkzeug zu einem aktiven Verkaufsinstrument, das Kunden strukturiert zur optimalen Lösung führt und den Vertrieb messbar entlastet.
Guided Selling: Vom Technik- zum Bedarfs-Experten
Guided Selling (geführter Verkauf) beschreibt einen Paradigmenwechsel im Vertrieb: Weg von der reinen Abfrage technischer Merkmale – hin zu einer systematischen Ermittlung von Kundenbedürfnissen, Einsatzszenarien und Zielsetzungen.
Bedarfsanalyse statt technischer Detailabfrage
Während klassische Konfiguratoren nach Maschinentypen, Komponenten oder Leistungsparametern fragen, beginnt Guided Selling auf einer höheren Ebene. Typische Einstiegsfragen lauten nicht:
„Welche Steuerung benötigen Sie?“,
sondern:
„Wofür soll die Maschine eingesetzt werden?“
Die Produktkonfigurator-Software übersetzt diese Anforderungen automatisch in valide technische Spezifikationen – regelbasiert, fehlerfrei und nachvollziehbar.
Integrierter Wissenstransfer im Verkaufsprozess
Guided Selling verbindet Konfiguration mit Beratung. Das System:
stellt gezielte, kontextabhängige Fragen,
liefert Verkaufsargumente und Nutzenbegründungen,
weist auf Alternativen, Zusatzoptionen sowie Cross- und Up-Selling-Potenziale hin.
Damit wird implizites Expertenwissen explizit im System verfügbar gemacht.
Befähigung und Skalierung des Vertriebs
Ein zentraler Vorteil für Vertriebsleiter: Selbst neue Mitarbeiter oder Kollegen ohne tiefes technisches Spezialwissen sind in der Lage, innerhalb kürzester Zeit professionelle und fehlerfreie Angebote zu erstellen. Die Einarbeitungszeit sinkt deutlich, während die Angebotsqualität steigt.
Guided Selling macht den Vertrieb weniger abhängig von Einzelpersonen und deutlich skalierbarer.
Was ist ein Online-Konfigurator?
Leadgenerierung im Self-Service
Webbasierte Produktkonfigurator-Software fungiert zunehmend als „elektronischer Vertriebsassistent“, der rund um die Uhr verfügbar ist, auf Unternehmenswebseiten, Händlerportalen oder in integrierten Webshops.
Digitale Leadgenerierung entlang der Customer Journey
Bereits in der frühen Recherchephase können Interessenten Produkte eigenständig konfigurieren. Um Konfigurationen zu speichern, Preise zu erhalten oder Angebote anzufordern, geben sie ihre Kontaktdaten an.
Der Konfigurator wird damit zu einem hochwertigen Leadgenerator, der nicht nur Kontaktdaten, sondern bereits qualifizierte Bedarfsinformationen liefert.
Steigerung der Conversion Rate
Interaktive Konfigurationen führen nachweislich zu höheren Abschlussraten. Fallbeispiele zeigen Conversion-Steigerungen von bis zu 53 %, da sich potenzielle Kunden bereits intensiv mit dem Produkt auseinandergesetzt haben, bevor ein persönlicher Kontakt stattfindet.
Beschleunigung des Verkaufsabschlusses
Durch die Automatisierung von Auswahl-, Prüf- und Angebotsprozessen verkürzt sich die Angebotsdauer im B2B-Vertrieb drastisch – in dokumentierten Fällen von mehreren Tagen auf wenige Minuten.
Der Effekt: höhere Abschlussgeschwindigkeit, geringere Vertriebskosten und ein klarer Wettbewerbsvorteil.
Psychologische Effekte:
Der „I-designed-it-myself“-Effekt
Ein oft unterschätzter Erfolgsfaktor von Produktkonfigurator-Software liegt in ihrer psychologischen Wirkung auf den Kunden.
Emotionale Bindung durch aktive Beteiligung
Durch die aktive Einbindung in den Gestaltungsprozess wird der Kunde zum „Prosumenten“ – also gleichzeitig Produzent und Konsument. Der sogenannte „I-designed-it-myself“-Effekt führt dazu, dass:
das Produkt subjektiv höher bewertet wird,
die Zahlungsbereitschaft steigt,
und die Identifikation mit der Lösung zunimmt.
Vertrauensaufbau durch Transparenz
Echtzeit-Visualisierungen in 2D oder 3D sowie sofortiges Feedback zu Preis- oder Leistungsänderungen schaffen Transparenz. Kunden verstehen, warum sich eine Konfiguration verändert – und gewinnen Sicherheit in ihrer Entscheidung. Das reduziert Unsicherheit und senkt Abbruchquoten signifikant.
Positives Nutzererlebnis und Flow
Ein gut gestalteter Konfigurationsprozess kann ein sogenanntes Flow-Erlebnis erzeugen: Die spielerische Auseinandersetzung mit Optionen – vergleichbar mit dem „LEGO-Prinzip“ – steigert die Verweildauer und hinterlässt ein positives Markenerlebnis, das weit über den eigentlichen Kauf hinaus wirkt.
Interaktionskonzepte im Vergleich:
OnePage vs. Step-by-Step
Die Wahl des richtigen Interaktionskonzepts ist entscheidend für die Usability einer Produktkonfigurator-Software und hängt maßgeblich von der Produktkomplexität und Zielgruppe ab.
OnePage-Konfigurator
Konzept: Alle Optionen befinden sich auf einer Seite; das Produktmodell – häufig in 3D – steht im Zentrum und reagiert unmittelbar auf jede Änderung.
Vorteile: Hohe visuelle Präsenz, direkte Rückmeldung, flache Navigationsstruktur.
Einsatz: Ideal für visuell getriebene Produkte mit mittlerer Komplexität, etwa Möbel, Fahrräder oder Konsumgüter.
Step-by-Step-Konfigurator
Konzept: Der Nutzer wird in logisch aufeinanderfolgenden Schritten durch den Konfigurationsprozess geführt (z. B. Basismodell, Ausstattung, Optionen).
Vorteile: Reduzierte kognitive Belastung, klare Strukturierung komplexer Abhängigkeiten, Raum für erklärende Inhalte.
Einsatz: Besonders geeignet für hochkomplexe Investitionsgüter, Maschinen und technisch erklärungsbedürftige Baugruppen.
Viele moderne Lösungen kombinieren beide Ansätze, um sowohl Übersicht als auch Tiefe zu gewährleisten.
Durch die Kombination aus Guided Selling, psychologisch wirksamer Nutzerführung und intelligenten Interaktionskonzepten wird eine Produktkonfigurator-Software zu einer strategischen Vertriebsplattform.
Sie steigert nicht nur Effizienz und Abschlussquoten, sondern differenziert das Unternehmen nachhaltig im Wettbewerb – durch ein überzeugendes, konsistentes und skalierbares Kundenerlebnis.
Produktkonfigurator-Software
Arten und Lösungsansätze
Konfiguratoren entscheiden heute
über Geschwindigkeit und Marge.
Ich begleite Konfiguratorprojekte von der Softwareentscheidung bis zur Optimierung im laufenden Betrieb.
Mit klarem Fokus auf Vertrieb, Skalierbarkeit und belastbare Angebotslogik.
Technologie, Logik & Integration in die Systemlandschaft
Die technologische Basis unterscheidet eine professionelle Produktkonfigurator-Software fundamental von einfachen Auswahlformularen. Erst durch eine belastbare Logik, saubere Datenmodelle und eine tiefe Integration in die bestehende IT-Landschaft wird der Konfigurator zu einem strategischen Instrument der Digitalisierung – und zu einem tragfähigen Baustein skalierbarer Vertriebsprozesse.
Aufbau und Funktionsweise von Regelwerken
Das Regelwerk ist das „Gehirn“ eines Produktkonfigurators. Es stellt sicher, dass jede Auswahl sowohl technisch machbar als auch kaufmännisch konsistent ist – unabhängig davon, wer konfiguriert.
Regelbasierte Systeme (If-Then-Logik)
Regelbasierte Ansätze arbeiten mit expliziten „Wenn-Dann“-Bedingungen. Häufig kommt dabei das Prinzip des Forward Chaining zum Einsatz: Ausgehend von bekannten Eingaben werden schrittweise weitere Entscheidungen abgeleitet, bis eine valide Konfiguration erreicht ist.
Gut geeignet für überschaubare Variantenlogiken
Hohe Transparenz der Entscheidungsregeln
Schneller Einstieg bei geringer Komplexität
Mit wachsender Variantenvielfalt steigt jedoch der Pflegeaufwand erheblich, da Regelwerke schnell unübersichtlich werden können.
Constraint-basierte Systeme
Constraint-basierte Konfiguratoren trennen Entscheidungslogik und Steuerungsstrategie konsequent. Ein logischer Solver berechnet in Echtzeit den zulässigen Lösungsraum auf Basis von Einschränkungen zwischen Merkmalen.
Auswahl in beliebiger Reihenfolge möglich
Sofortige Rückmeldung bei Konflikten
Hohe Stabilität bei komplexen Abhängigkeiten
Gerade bei technisch anspruchsvollen Produkten ist dieser Ansatz deutlich skalierbarer und wartungsfreundlicher.
Datenmodelle und Abhängigkeitslogiken
Eine leistungsfähige Produktkonfigurator-Software trennt konsequent zwischen Produktstammdaten und Produktbeziehungswissen, um langfristige Wartbarkeit und Erweiterbarkeit zu gewährleisten.
Generisches vs. kundenspezifisches Modell
Das generische Modell beschreibt alle theoretisch möglichen Komponenten, Merkmale und Beziehungen eines Produkts.
Das kundenspezifische Modell ist die konkrete Instanz, die im Rahmen eines Konfigurationsvorgangs entsteht.
Diese Trennung erlaubt es, neue Varianten oder Produktgenerationen einzuführen, ohne bestehende Logiken zu destabilisieren.
Beziehungswissen als Schlüssel
Das Beziehungswissen verknüpft Merkmale mit den für Fertigung und Logistik relevanten Komponenten. Abhängigkeiten wie „bestimmte Motorleistung erfordert eine spezifische Kühlung“ werden systemisch abgesichert und nicht mehr manuell geprüft.
Für die Geschäftsführung bedeutet dies: geringere Fehlerkosten, höhere Prozesssicherheit und reproduzierbare Angebotsqualität.
Integration in die Systemlandschaft
Der volle wirtschaftliche Nutzen einer Produktkonfigurator-Software entsteht erst durch die nahtlose Integration in die bestehende IT-Infrastruktur. Ziel ist eine durchgängige, medienbruchfreie Prozesskette vom ersten Kundenkontakt bis zur Produktion.
ERP-Integration
Die Anbindung an ERP-Systeme ermöglicht:
Zugriff auf aktuelle Stammdaten und Preise
automatische Übergabe von Variantenstücklisten
Übergabe von Arbeitsplänen und Auftragsdaten
Damit wird aus einer Konfiguration ein direkt produzierbarer Auftrag.
CRM-Integration
Im Zusammenspiel mit CRM-Systemen unterstützt der Konfigurator den Vertrieb bei:
der Nutzung kundenspezifischer Konditionen
der Projekt- und Opportunity-Verwaltung
der Dokumentation von Konfigurationsständen
So bleibt der gesamte Verkaufsprozess transparent und nachvollziehbar.
PDM / PLM-Integration
Die Integration in PDM- oder PLM-Systeme stellt sicher, dass:
aktuelle Revisionsstände verwendet werden
bestehende Konstruktionsdaten wiederverwendet werden
Produktänderungen konsistent im Vertrieb ankommen
CAD-Integration und CAD-Automation
Durch CAD-Automation können aus einer Konfiguration automatisch:
3D-Modelle,
technische Zeichnungen
und Fertigungsunterlagen
erzeugt werden. Die Konstruktion wird entlastet, Durchlaufzeiten sinken erheblich.
E-Commerce-Integration
In Webshops fungiert die Produktkonfigurator-Software als Self-Service-Portal, das:
Leads generiert,
individuelle Preise berechnet
und direkte Kaufabschlüsse ermöglicht.
Visualisierung und Interaktion
Die visuelle und interaktive Komponente ist ein zentraler Faktor für das Nutzererlebnis und die Abschlusswahrscheinlichkeit im Vertrieb.
2D-Visualisierung
Flache Darstellungen oder SVG-Grafiken bieten eine geringe technische Einstiegshürde. Sie eignen sich besonders für Produkte mit klar strukturierten, überschaubaren Varianten und ermöglichen eine schnelle Umsetzung.
3D-Konfiguration
Moderne 3D-Konfiguratoren auf WebGL-Basis erlauben das interaktive Drehen, Zoomen und Verändern des Produkts direkt im Browser – ohne zusätzliche Plug-ins. Für den Vertrieb bedeutet dies mehr Vertrauen, weniger Rückfragen und höhere Abschlussquoten.
Augmented Reality (AR)
AR projiziert konfigurierte Produkte direkt in die reale Umgebung des Kunden. Gerade bei Maschinen, Anlagen oder großvolumigen Produkten erhöht dies die Planungssicherheit erheblich und reduziert Fehlentscheidungen.
Virtual Reality (VR)
VR ermöglicht vollständig immersive Erlebnisse in virtuellen Umgebungen. Obwohl heute noch weniger verbreitet, gilt VR als zukunftsweisend für komplexe Planungsszenarien und hochgradig individualisierte Produktlösungen.
Technologie ist kein Selbstzweck.
Erst das Zusammenspiel aus belastbarer Logik, sauberem Datenmodell, tiefer Systemintegration und intuitiver Visualisierung macht eine Produktkonfigurator-Software zu einem tragenden Element digitaler Vertriebs- und Produktionsprozesse.
Was kostet ein Konfigurator?
Der Einsatz einer Produktkonfigurator-Software ist für Unternehmen mit variantenreichen Portfolios keine klassische IT-Investition, sondern eine strategische Entscheidung zur Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit, Rentabilität und Skalierbarkeit.
In Märkten, die zunehmend individuelle Lösungen fordern, ermöglichen Produktkonfiguratoren eine wirtschaftliche Umsetzung von Mass Customization bis hin zur Losgröße 1. Sie industrialisieren komplexe Vertriebs- und Technikprozesse und schaffen damit die Grundlage für profitables Wachstum.
Kostenstrukturen: Lizenz, Implementierung und Betrieb
Für eine realistische Bewertung ist der Blick auf die Total Cost of Ownership (TCO) entscheidend. Diese gliedert sich in drei zentrale Kostenblöcke.
Initial- und Lizenzkosten
Die Lizenzmodelle variieren je nach Anbieter und Bereitstellungsform:
Kaufmodell oder SaaS/Mietmodell
Abrechnung nach Concurrent Usern oder Named Usern
Für mittelständische Unternehmen liegen die Einstiegskosten für Software und Projektierung typischerweise zwischen 50.000 € und 250.000 €. Bei hoher Produktkomplexität, internationalem Rollout oder tiefer CAD-/ERP-Integration können die Investitionen deutlich höher ausfallen.
Implementierungsaufwand
Der größte Kostenblock ist in der Praxis selten die Software selbst, sondern die Strukturierung und Formalisierung des Produktwissens:
Aufbau des Regelwerks
Aufbereitung von Produkt- und Preisdaten
Konzeption der Benutzerführung
Integration in ERP-, CRM- und CAD-Systeme
Dieser Aufwand ist zugleich die wichtigste Investition, da er die Grundlage für Skalierbarkeit und langfristigen Nutzen bildet.
Laufender Betrieb und Wartung
Im Betrieb entstehen Kosten für:
Support und Software-Updates
Anpassungen bei Produktänderungen
Pflege des Regelwerks und der Preislogik
Unternehmen, die diese Aufgaben organisatorisch klar verankern, sichern sich dauerhaft niedrige Betriebskosten und hohe Systemstabilität.
Typische ROI-Effekte im Vertrieb
Ein professionell implementierter Produktkonfigurator amortisiert sich in der Praxis häufig innerhalb von drei bis zwölf Monaten. Der Return on Investment ergibt sich aus mehreren, kumulativen Effekten.
Produktivitätssteigerung im Vertrieb
Vertriebsmitarbeiter können ein deutlich höheres Anfragevolumen bearbeiten, ohne dass zusätzliches Personal aufgebaut werden muss. Der Vertrieb wird skalierbar.
Signifikante Fehlerreduktion
Durch die systemische Plausibilitätsprüfung sinkt die Fehlerquote im Konfigurationsprozess um 40 % bis 80 %. Teure Nacharbeiten, Fehlproduktionen und Reklamationen werden bereits vor der Auftragserteilung vermieden.
Massive Beschleunigung der Angebotserstellung
Die Zeitspanne von der Anfrage bis zum fertigen Angebot verkürzt sich drastisch – in dokumentierten Fällen:
von zwei Tagen auf fünf Minuten
oder um 40 % bis 97 % insgesamt
Schnelligkeit wird damit zu einem messbaren Wettbewerbsvorteil.
Monetäre versus strategische Effekte
Nicht alle Effekte einer Produktkonfigurator-Software lassen sich unmittelbar in Euro beziffern – sind aber für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens entscheidend.
Monetäre Effekte
Reduktion von Fehlerkosten
Senkung der Vertriebskosten
Höherer durchschnittlicher Auftragswert
Schnellere Umsatzrealisierung
Strategische Effekte
Sicherung von Expertenwissen:
Produkt- und Abhängigkeitswissen wird systemisch verankert und ist nicht mehr an einzelne Mitarbeiter gebunden. Das verhindert gefährliche „Kopfmonopole“ und federt den Fachkräftemangel ab.
Skalierbarkeit und Internationalisierung:
Ein zentrales Regelwerk kann weltweit ausgerollt werden – mehrsprachig, mit unterschiedlichen Währungen und Preislogiken.
Stärkere Kundenbindung:
Der „I-designed-it-myself“-Effekt erhöht Identifikation, Zahlungsbereitschaft und Abschlusswahrscheinlichkeit nachhaltig.
Business Case und relevante KPIs
Um den wirtschaftlichen Erfolg einer Produktkonfigurator-Software messbar zu machen, sollten klare Kennzahlen definiert und kontinuierlich überwacht werden.
Zentrale KPIs im Überblick
Angebotsdurchlaufzeit
Ziel: Beschleunigung um den Faktor 10 oder mehr
Abschlussquote (Conversion Rate)
Typische Steigerungen um 25 % bis 53 %, in Einzelfällen Verdopplung der Abschlüsse (+105 %)
Fehlerquote
Ziel: technisch fehlerhafte Aufträge nahe Null
Marge und Preisdisziplin
Durchsetzung von Margenvorgaben durch automatisierte Preislogik und kontrollierte Rabatte
Durchschnittlicher Bestellwert (AOV)
Steigerung durch integriertes Cross- und Up-Selling
Break-even-Zeitraum
Im Mittelstand häufig innerhalb des ersten Jahres nach Rollout
Opportunitätskosten ohne Produktkonfigurator-Software
Verlust von Aufträgen durch langsame Angebotsprozesse
Hohe Bindung teurer Ressourcen für Routineaufgaben
Kosten durch Fehlkonfigurationen, Reklamationen und Imageschäden
Eine Produktkonfigurator-Software rechnet sich nicht trotz ihrer Investitionskosten, sondern gerade wegen ihrer Wirkung auf Umsatz, Effizienz und Skalierbarkeit.
Unternehmen, die Wirtschaftlichkeit ganzheitlich betrachten, erkennen den Konfigurator als tragenden Baustein eines profitablen, zukunftsfähigen Geschäftsmodells.
Produktkonfigurator Software
Einführung und Implementierung
in der Praxis
Die Einführung einer Produktkonfigurator-Software ist weit mehr als eine technische Systemimplementierung. Sie stellt eine organisationale Innovation dar, die bestehende Vertriebs-, Angebots- und Entscheidungsprozesse grundlegend verändert.
Für die Geschäftsführung ist entscheidend: Der Projekterfolg hängt nicht primär von der Software ab, sondern von einer klaren strategischen Positionierung, ausreichenden personellen Ressourcen und konsequentem Change-Management.
Phasenmodell der Einführung
Erfolgreiche Implementierungen folgen einem strukturierten Phasenmodell, das technische Umsetzung und organisationalen Wandel eng miteinander verzahnt.
1. Strategischer Rahmen
Die Initiative muss klar vom Top-Management ausgehen. In dieser Phase werden:
die strategischen Ziele definiert (Wachstum, Skalierung, Effizienz),
eine glaubwürdige Zukunftsperspektive kommuniziert,
und die erforderlichen Ressourcen (Budget, Personal, Zeit) verbindlich zugesichert.
Ohne diese klare Rückendeckung bleibt der Konfigurator ein isoliertes IT-Vorhaben.
2. Vorbereitungsphase
In der Vorbereitung werden die Weichen für den Erfolg gestellt:
Aufbau eines dedizierten Projektteams
Benennung eines „Linking-Pins“ als Schnittstelle zwischen Vertrieb, Technik und IT
Entwicklung einer modularen Produktstruktur
Evaluation der passenden Produktkonfigurator-Software
Diese Phase entscheidet maßgeblich über Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit.
3. Implementierung
Die Implementierungsphase umfasst:
Projekt-Kick-off
Erfassung und Formalisierung des Produktbeziehungswissens
Aufbau der Regelwerke
Systemintegration (ERP, CRM, CAD)
UX-Design und Tests
Rollout in definierten Stufen
Alternative Vorgehensmodelle sehen einen detaillierteren, etwa achtstufigen Ablauf vor – beginnend mit Workshops zu Regelwerken und Systemlandschaft, über Wireframing und UX-Sprints bis hin zu einer Continuous Delivery.
4. Produktivbetrieb
Nach dem Rollout beginnt der eigentliche Wertschöpfungszyklus:
Etablierung klarer Governance-Strukturen
Regelmäßige Pflege von Regelwerk und Daten
Monitoring von KPIs
Kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems
Stakeholder und Verantwortlichkeiten
Der Erfolg einer Produktkonfigurator-Software steht und fällt mit der Einbindung der richtigen Rollen und klaren Verantwortlichkeiten.
Management
Setzt den strategischen Rahmen
Priorisiert das Projekt gegenüber anderen Initiativen
Sichert langfristige Ressourcen und Roadmap
Projektteam („Linking-Pin“)
Idealerweise 1–2 Vollzeitpersonen
Vermittelt zwischen Vertrieb, Technik und IT
Übersetzt fachliche Anforderungen in umsetzbare Regeln
Ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren des Projekts
Vertrieb
Liefert Anforderungen aus Kundensicht
Definiert Guided-Selling-Logiken
Testet Benutzerführung und Angebotsprozesse
Produktmanagement und Konstruktion
Träger des impliziten Produktwissens
Verantwortlich für die Übersetzung technischer Zusammenhänge in formale Regeln
Entscheidend für die Qualität des Regelwerks
IT
Verantwortlich für Systemintegration, Performance und Betrieb
Sichert Skalierbarkeit, Sicherheit und Verfügbarkeit
Change-Management und Akzeptanz
Die Einführung eines Konfigurators verändert Rollenbilder und kann bei Mitarbeitern Unsicherheit auslösen – insbesondere bei erfahrenen Wissensträgern.
Sicherheit durch Planung
Akzeptanz entsteht durch einen klaren, realistischen Zeit- und Meilensteinplan. Verlässlichkeit im Projektverlauf ist entscheidend für die Unterstützung im Unternehmen.
Vermeidung der „Kostenspar-Falle“
Wird das Projekt primär als Kostensenkungsmaßnahme kommuniziert, hemmt dies häufig die Bereitschaft von Know-how-Trägern, ihr Wissen offen zu teilen.
Erfolgreicher ist eine Positionierung als Wachstums-, Skalierungs- und Entlastungsinitiative.
Nutzerzentrierung als Erfolgsfaktor
Eine intuitive Benutzeroberfläche, frühe Prototypen und Feedback von Anwendern – idealerweise auch von Kunden – erhöhen die Akzeptanz deutlich und sichern eine hohe Nutzung im Alltag.
Typische Herausforderungen in der Praxis
Stammdatenqualität
Produktkonfigurator-Software benötigt konsistente, strukturierte Grunddaten. Häufig ist vor Projektstart eine Bereinigung und Standardisierung notwendig – ein Aufwand, der sich langfristig auszahlt.
Regelwerkspflege
Produktwissen ist dynamisch. Regelwerke müssen so aufgebaut sein, dass Produktexperten sie selbstständig pflegen können, ohne für jede Änderung IT oder externe Berater zu benötigen.
Organisatorische Silos
Die Einführung erzwingt eine enge Zusammenarbeit zwischen Vertrieb und Technik. Bestehende Silos müssen aufgebrochen werden, damit Wissen abteilungsübergreifend im System verankert werden kann.
Komplexitätsmanagement
Zu viele Optionen überfordern Kunden. Der Spagat zwischen maximaler Individualisierung und stabiler Prozessbeherrschung gelingt durch:
klar definierte Basismodelle,
intelligente Vorauswahl,
und Guided Selling.
Eine Produktkonfigurator-Software entfaltet ihren vollen Nutzen nur dann, wenn sie als organisationsweites Transformationsprojekt verstanden wird. Unternehmen, die Technik, Menschen und Prozesse konsequent zusammendenken, machen den Konfigurator zu einer strategischen Infrastrukturkomponente, die das Geschäftsmodell langfristig resilienter und skalierbarer macht.
Rechtliche Aspekte
Compliance und Sicherheit
Produktkonfiguratoren sind weit mehr als digitale Auswahlhilfen. Sie sind integraler Bestandteil geschäftskritischer Vertriebsprozesse, erzeugen rechtlich bindende Willenserklärungen und verarbeiten sensible Daten.
Für Geschäftsführung und Vertriebsleitung ist daher eine fundierte rechtliche Ausgestaltung essenziell, um Haftungsrisiken zu minimieren, regulatorische Anforderungen einzuhalten und den Konfigurator rechtssicher in die digitale Vertriebsstrategie einzubetten.
Vertragsabschluss und die „Button-Lösung“
Sobald eine Produktkonfigurator-Software im Onlinevertrieb einen direkten Bestell- oder Kaufabschluss ermöglicht, greifen die strengen Regelungen des Fernabsatzrechts.
Eindeutige Beschriftung des Bestellbuttons
Gemäß § 312j BGB muss der Bestellbutton unmissverständlich auf die Zahlungspflicht hinweisen. Zulässig sind Formulierungen wie:
„Zahlungspflichtig bestellen“
„Kostenpflichtig kaufen“
Bezeichnungen wie „Weiter“, „Jetzt konfigurieren“ oder „Anfrage absenden“ reichen nicht aus, um einen wirksamen Vertragsschluss herbeizuführen.
Informationspflichten vor Vertragsschluss
Unmittelbar vor dem Klick müssen dem Nutzer klar und vollständig angezeigt werden:
die konfigurierten Produkteigenschaften,
der Gesamtpreis inklusive aller Zuschläge,
Lieferzeiten und wesentliche Vertragsbedingungen.
Aktive Handlung des Nutzers
Ein Vertrag darf ausschließlich durch eine eindeutige, aktive Handlung des Nutzers zustande kommen. Automatische Abschlüsse oder implizite Zustimmung sind unzulässig.
Widerrufsrecht bei individualisierten Produkten
Ein zentraler rechtlicher Vorteil von Produktkonfigurator-Software liegt im Umgang mit dem Widerrufsrecht bei individualisierten Waren.
Ausschluss des Widerrufsrechts
Nach § 312g BGB besteht kein Widerrufsrecht bei Verträgen über Waren, die:
nach Kundenspezifikation angefertigt werden
und eindeutig auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Voraussetzung: echte Individualisierung
Der Ausschluss greift nur, wenn die Konfiguration über standardisierte Varianten hinausgeht. Reine Farb- oder Größenauswahl kann im Einzelfall nicht ausreichen.
Gewährleistung bleibt unberührt
Unabhängig vom Widerruf haftet der Anbieter weiterhin für Mängel. Entspricht das gelieferte Produkt nicht der im Konfigurator festgelegten Spezifikation, greifen die gesetzlichen Gewährleistungsansprüche (§§ 434 ff. BGB).
Datenschutz (DSGVO) und Datensicherheit
Produktkonfiguratoren verarbeiten regelmäßig personenbezogene Daten, darunter:
Namen und Kontaktdaten,
IP-Adressen,
Konfigurations- und Nutzungsdaten.
Rechtsgrundlage der Verarbeitung
Die Datenverarbeitung muss auf einer klaren Rechtsgrundlage gemäß Art. 6 DSGVO beruhen, etwa:
zur Vertragsanbahnung oder -erfüllung,
auf Basis einer ausdrücklichen Einwilligung.
Datensicherheit und technische Standards
Professionelle Anbieter setzen auf etablierte Sicherheitsstandards, etwa:
verschlüsselte Datenübertragung,
rollenbasierte Zugriffskonzepte,
international anerkannte Zertifizierungen wie SOC 2 Typ 2.
Datensparsamkeit und Zweckbindung
Es dürfen ausschließlich Daten erhoben werden, die für den Konfigurations- und Verkaufsprozess zwingend erforderlich sind. Eine klare Zweckbindung ist zwingend umzusetzen.
Barrierefreiheit und Zugänglichkeit
Moderne Produktkonfigurator-Software berücksichtigt zunehmend Anforderungen an Barrierefreiheit (z. B. WCAG, ADA), um die Nutzung für alle Zielgruppen zu ermöglichen und rechtliche Risiken zu reduzieren.
Haftung bei Fehlkonfigurationen
Fehlerhafte Konfigurationen können erhebliche Kosten in Produktion, Logistik und Service verursachen.
Systemische Fehlervermeidung
Durch:
regelbasierte Validierungen,
Constraints,
und automatische Plausibilitätsprüfungen
wird technisch Unmögliches bereits im Konfigurationsprozess ausgeschlossen. Das reduziert Haftungsrisiken erheblich.
Haftungsbegrenzung in AGB
Empfehlenswert ist eine klare Regelung in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, insbesondere:
bei kundenseitigen Eingabefehlern,
bei der Abgrenzung zwischen automatisierter Konfiguration und individueller Beratung.
Urheber- und Nutzungsrechte
Erlaubt der Konfigurator den Upload eigener Inhalte (z. B. Logos, Bilder, Texte), entstehen spezifische urheberrechtliche Anforderungen.
Einräumung von Nutzungsrechten
Der Anbieter muss sich vom Kunden die erforderlichen einfachen Nutzungsrechte einräumen lassen, um die Inhalte im Produktionsprozess verwenden zu dürfen.
Verantwortlichkeit des Kunden
Die Nutzungsbedingungen sollten klar festlegen, dass:
der Kunde für die Rechtmäßigkeit der hochgeladenen Inhalte verantwortlich ist,
keine Rechte Dritter verletzt werden dürfen,
und der Anbieter von entsprechenden Ansprüchen freigestellt wird.
Compliance und Patente
Neben Datenschutz und Vertragsrecht spielt auch die Schutzrechtssituation eine Rolle.
Patentrechtliche Aspekte
Das Verfahren der Produktkonfiguration mit CAD-Automation war über Jahre durch ein europäisches Patent (EP 1 251 444 B1) geschützt. Dieses ist in Deutschland zwar 2021 ausgelaufen, international können jedoch weiterhin Schutzrechte bestehen.
Für international agierende Unternehmen gilt daher:
Prüfung der Patentlage in relevanten Absatzmärkten
vertragliche Absicherung gegenüber Softwareanbietern
Rechtssicherheit ist kein Nebenthema, sondern eine zentrale Voraussetzung für skalierbaren digitalen Vertrieb.
Unternehmen, die rechtliche, datenschutzrechtliche und haftungsbezogene Aspekte frühzeitig in ihre Produktkonfigurator-Strategie integrieren, schützen sich nicht nur vor Regressansprüchen – sie schaffen Vertrauen, Stabilität und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit.
Produktkonfigurator Software
Welche Produktarten verwenden Konfiguratoren?
Produktkonfiguratoren haben sich branchenübergreifend als unverzichtbare Werkzeuge etabliert. Ihre strategische Rolle unterscheidet sich jedoch deutlich je nach Marktsegment, Produktkomplexität und Vertriebslogik.
Während im Konsumgüterbereich (B2C) das Einkaufserlebnis, die visuelle Ansprache und einfache Bedienung im Vordergrund stehen, dominieren im Investitionsgüterbereich (B2B) die technische Absicherung, Fehlervermeidung und Prozessautomatisierung.
Produktkonfigurator-Software im B2B- vs. B2C-Umfeld
Der grundlegende Unterschied liegt in Zielgruppe, Nutzungskontext und Erwartungshaltung.
Business-to-Consumer (B2C)
Im B2C-Umfeld fungiert eine Produktkonfigurator-Software primär als Self-Service-Tool, das den Kaufprozess unterstützt und emotionalisiert:
Fokus auf einfache, intuitive Bedienung
Visuelle Varianten (Farbe, Größe, Ausstattung)
Direkte Preisrückmeldung und Online-Abschluss
Umsetzung von Mass Customization zu Serienkosten
Kunden agieren als „Prosumenten“, die ihr individuelles Produkt selbst gestalten – etwa bei Möbeln, Fahrzeugen oder Konsumgütern.
Business-to-Business (B2B)
Im B2B-Bereich ist der Konfigurator ein vertriebs- und technikorientiertes Steuerungsinstrument:
Plausibilitätsprüfung und Datenvalidierung
Erzeugung vollständiger technischer Spezifikationen
Integration in CRM-, ERP- und CAD-Systeme
Unterstützung von Vertrieb und Engineering
Hier stehen Prozesssicherheit, Fehlervermeidung und Skalierbarkeit im Vordergrund – nicht primär die visuelle Inszenierung.
Maschinen- und Anlagenbau
Im Maschinen- und Anlagenbau ist die Beherrschung von Variantenvielfalt und technischer Komplexität die zentrale Herausforderung.
Typische Einsatzszenarien
Unternehmen wie KML Miller setzen Produktkonfigurator-Software ein, um kundenindividuelle Spezialkabinen und Containerlösungen auf Basis vordefinierter Module zu realisieren.
Systeme wie camos.Configurator oder HELiCON ermöglichen die durchgängige Projektierung komplexer Anlagen – inklusive automatischer Erzeugung von Stücklisten und Werkstattzeichnungen.
Messbarer Business Impact
Ein Praxisbeispiel von LUCAS France zeigt, dass sich der Aufwand für die Angebotserstellung durch den Einsatz eines Konfigurators von zwei Tagen auf fünf Minuten reduzieren ließ.
Das im System hinterlegte Expertenwissen befähigt auch weniger erfahrene Vertriebsmitarbeiter, technisch valide Lösungen zu konfigurieren.
Automobilindustrie
Die Automobilindustrie gilt als Pionier und Benchmark für die Konfiguration extrem variantenreicher Produkte.
Extreme Komplexität
Durch tausende Ausstattungsoptionen entstehen theoretisch bis zu einer Quintillion möglicher Fahrzeugvarianten. Die Produktkonfigurator-Software hilft Kunden, sich in diesem Entscheidungsraum zurechtzufinden und technische Abhängigkeiten korrekt zu berücksichtigen.
Strategische Nutzung
Hersteller nutzen Konfiguratoren nicht nur zur Kundeninteraktion, sondern auch als Marktforschungs- und Steuerungsinstrument:
Analyse von Nachfrage- und Ausstattungsmustern
Anpassung von Produktportfolios je Absatzmarkt
Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen
Der Konfigurator wird damit Teil der strategischen Angebots- und Produktionsplanung.
Möbel und Interior
In der Möbel- und Interiorbranche steht die visuelle Entscheidungsunterstützung im Zentrum.
Praxisbeispiele
Der Küchenhersteller Nobilia ermöglicht Kunden die Online-Planung kompletter Küchen mittels 3D-Konfiguration inklusive Echtzeit-Preisberechnung.
Die KWC Group nutzt Konfiguratoren für Waschtische, die nicht nur visuelle Varianten darstellen, sondern automatisch produktionstaugliche technische Zeichnungen (PDF) erzeugen.
Erfolgsfaktor Visualisierung
Die Kombination aus 3D-Darstellung, Raumbezug und direktem Feedback verstärkt den „I-designed-it-myself“-Effekt und steigert die Abschlussquote signifikant.
Bekleidung und Konsumgüter
Im Bereich Bekleidung und Konsumgüter eröffnet Produktkonfigurator-Software neue Dimensionen der Personalisierung im E-Commerce.
Personalisierte Gestaltung
Kunden können Produkte nicht nur farblich konfigurieren, sondern vollständig gestalten – etwa durch das Hochladen eigener Motive oder Texte. Plattformen wie Shutterstock dienen dabei als Inspirations- und Bildquelle.
Innovative Zusatzfunktionen
Zur Reduzierung von Hürden bei Maßanfertigungen kommen neue Technologien zum Einsatz:
Online-Körpervermessung via Webcam (z. B. Upcload)
Automatisierte Größen- und Passformempfehlungen
Wirtschaftlicher Effekt
Studien zeigen, dass eine deutliche Mehrheit der Kunden bereit ist, für ein selbst gestaltetes Produkt einen spürbaren Aufpreis gegenüber standardisierter Massenware zu zahlen.
Branchenspezifische Entscheidungsmuster
Trotz aller Unterschiede lassen sich klare Muster erkennen, die für die Auswahl und Ausgestaltung einer Produktkonfigurator-Software entscheidend sind.
Komplexität und UX
B2C: flache Hierarchien, starke Visualisierung, OnePage-Konzepte
B2B: schrittweises Guided Selling, strukturierte Entscheidungslogik
Vertriebslogik
Im B2B-Bereich ist die tiefe Integration in ERP-, CRM- und CAD-Systeme der entscheidende Erfolgsfaktor, um medienbruchfreie Prozesse von der Konfiguration bis zur Fertigung sicherzustellen.
Übergreifende Erfolgsfaktoren
Hohe Stammdatenqualität
Pflege des Regelwerks durch Produktexperten (ohne IT-Abhängigkeit)
Klare strategische Positionierung durch das Management
Während die Wikipedia Produktkonfiguratoren primär als technische Programme beschreibt, zeigt die Praxis:
In nahezu jeder Branche fungiert eine Produktkonfigurator-Software heute als strategische Plattform für Wachstum, Margensicherung und digitale Resilienz.
Produktkonfiguratoren richtig aufsetzen.
Und richtig nutzen.
Ich unterstütze Unternehmen dabei, Konfiguratoren neu einzuführen oder bestehende Lösungen vertriebsfähig zu machen. Strukturiert, unabhängig und mit Blick auf reale Verkaufsprozesse.
Produktkonfigurator Software
Auswahl der richtigen Produktkonfigurator-Software
Die Auswahl einer Produktkonfigurator-Software ist eine strategische Weichenstellung.
Fehlentscheidungen wirken nicht punktuell, sondern entfalten ihre Folgen über Jahre hinweg – in Form von mangelnder Skalierbarkeit, geringer Akzeptanz im Vertrieb oder hohen Folgekosten durch Nachimplementierungen.
Für die Geschäftsführung und Vertriebsleitung geht es daher nicht um die Frage „Welche Software ist die beste?“, sondern um: Welche Produktkonfigurator-Software passt zu unserem Geschäftsmodell, unserer Produktlogik und unserer Wachstumsstrategie?
Typische Ausgangssituationen im Unternehmen
Unternehmen nähern sich der Auswahl meist aus unterschiedlichen Ausgangslagen:
Wachstumsdruck im Vertrieb: Angebote dauern zu lange, Know-how ist nicht skalierbar.
Steigende Variantenvielfalt: Technische Abhängigkeiten sind manuell nicht mehr beherrschbar.
Abhängigkeit von Schlüsselpersonen: Produktwissen steckt in Köpfen statt in Systemen.
Internationalisierung: Unterschiedliche Märkte, Sprachen und Preislogiken lassen sich nicht mehr manuell steuern.
Die richtige Software muss diese konkrete Ausgangslage adressieren – nicht nur Features bereitstellen.
Zentrale Auswahlkriterien aus Managementsicht
Passung zur Produktions- und Auftragslogik
Ein Konfigurator muss zur eigenen Auftragslogik passen:
CTO und ATO erfordern robuste Regelwerke
MTO benötigt enge ERP-Integration
ETO verlangt strukturierte Vorqualifizierung statt Vollautomatisierung
Warnsignal:
Wenn ein Anbieter jede Logik „gleich gut“ abbilden will, ist Skepsis angebracht.
Wartbarkeit des Regelwerks
Ein zentrales Kriterium für den langfristigen Erfolg ist die Frage:
Wer pflegt das Produktwissen im System?
Strategisch sinnvoll sind Lösungen, bei denen:
Produktexperten Regelwerke selbst pflegen können
keine IT- oder Entwicklerabhängigkeit entsteht
Änderungen schnell produktiv gehen
Hohe Anfangsfunktionalität ersetzt keine nachhaltige Wartbarkeit.
Integrationstiefe statt Funktionsbreite
Eine Produktkonfigurator-Software entfaltet ihren Nutzen erst durch Integration:
ERP (Stücklisten, Preise, Aufträge)
CRM (Kundendaten, Opportunities)
CAD / PLM (Konstruktion, Zeichnungen)
Faustregel:
Lieber weniger Funktionen, die sauber integriert sind, als ein isoliertes „Feature-Monster“.
Akzeptanz im Vertrieb
Der technisch beste Konfigurator scheitert, wenn:
die Benutzeroberfläche komplex ist,
der Konfigurationsprozess nicht vertriebslogisch aufgebaut ist,
oder der Vertrieb den Mehrwert nicht erkennt.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist daher:
Guided Selling statt technischer Abfragen
klare Nutzenargumente für den Vertrieb
messbare Zeitersparnis im Angebotsprozess
Make-or-Buy: Eigenentwicklung vs. Standardsoftware
Standardsoftware
Vorteile
Schnellere Time-to-Value
Erprobte Logiken und Best Practices
Regelmäßige Updates und Weiterentwicklung
Risiken
Anpassungsaufwand bei sehr spezifischen Prozessen
Abhängigkeit vom Anbieter
Eigenentwicklung
Vorteile
Maximale Individualisierung
Volle Kontrolle über Architektur
Risiken
Hoher initialer und laufender Aufwand
Abhängigkeit von internen Entwicklern
Schwierige Skalierung und Wartung
In der Praxis scheitern viele Eigenentwicklungen nicht technisch, sondern organisatorisch.
Best-of-Breed vs. Suite-Ansatz
Best-of-Breed
Spezialisierter Konfigurator
Höhere fachliche Tiefe
Integrationsaufwand notwendig
Suite-Ansatz (z. B. ERP- oder CRM-nah)
Geringerer Integrationsaufwand
Oft begrenzte Konfigurationslogik
Fokus eher auf Administration als Vertrieb
Strategische Entscheidung:
Unternehmen mit komplexen Produkten profitieren meist von Best-of-Breed,
standardisierte Umgebungen eher von Suite-Lösungen.
Typische Fehlentscheidungen in der Praxis
Aus der Praxis lassen sich wiederkehrende Fehler identifizieren:
Fokus auf Visualisierung statt Logik
Auswahl nach IT-Präferenz statt Vertriebsnutzen
Unterschätzung des Aufwands für Daten & Regelwerke
Fehlende personelle Ressourcen im Projekt
Projektstart ohne klares Zielbild
Diese Fehler führen häufig dazu, dass Konfiguratoren zwar eingeführt, aber nicht gelebt werden.
Wann eine Produktkonfigurator-Software (noch) keinen Sinn ergibt
Nicht jedes Unternehmen profitiert sofort von einem Konfigurator.
Kritische Voraussetzungen sind:
eine gewisse Variantenvielfalt,
eine stabile Produktstruktur,
und ein Mindestmaß an digitaler Reife.
Warnsignal:
Wenn Produkte rein standardisiert sind (STO) und Angebote rein preisgetrieben, ist der strategische Hebel begrenzt.
Die Auswahl einer Produktkonfigurator-Software ist keine Tool-Entscheidung, sondern eine Architektur- und Strategieentscheidung.
Unternehmen, die diese Wahl konsequent an Produktlogik, Vertriebsmodell und Wachstumszielen ausrichten, schaffen die Grundlage für einen skalierbaren, resilienten und margenstarken Vertrieb.
Produktkonfigurator Software
Produktkonfigurator-Software als Teil der Go-to-Market-Strategie
Die Integration einer Produktkonfigurator-Software in die Go-to-Market-Strategie transformiert den Vertrieb grundlegend. Der Konfigurator fungiert nicht länger als reine Auswahlhilfe, sondern als zentrales Steuerungsinstrument, das Preisstrategie, Angebotslogik, Markterschließung und Partnervertrieb systematisch miteinander verbindet. Der Vertrieb wird von einer reaktiven Funktion zu einem proaktiven, digitalen Ökosystem, das skalierbar, datengetrieben und resilient ist.
Einfluss auf Preisstrategie und Angebotsstruktur
Ein wesentlicher strategischer Hebel der Produktkonfigurator-Software liegt in der dynamischen, regelbasierten Preisgestaltung – weit über klassische Preislisten hinaus.
Echtzeit-Preiskalkulation
Während der Nutzer Optionen auswählt, berechnet das System den Preis in Echtzeit. Dabei werden automatisch berücksichtigt:
technische Abhängigkeiten,
kundenspezifische Konditionen,
Rabattstaffeln,
sowie länderspezifische Preislogiken.
Der Preis wird damit zum integralen Bestandteil des Entscheidungsprozesses – nicht zum nachgelagerten Ergebnis.
Margensicherung durch Systemlogik
Durch die Kopplung von Technik- und Preislogik verhindert der Konfigurator:
technisch nicht realisierbare Angebote,
wirtschaftlich unrentable Kombinationen,
unkontrollierte Rabattvergabe.
Rabattgrenzen, Freigaberegeln und Mindestmargen sind systemisch verankert und erzwingen Preisdisziplin im Vertrieb.
Transparenz und Entscheidungssicherheit für Kunden
Jede Auswahlentscheidung ist unmittelbar mit einer Preisänderung verknüpft. Diese Transparenz:
schafft Vertrauen,
reduziert Rückfragen,
beschleunigt den Abschluss.
Strukturierte, professionelle Angebotsdokumente
Auf Knopfdruck erzeugt die Produktkonfigurator-Software:
markenkonforme Angebote im Corporate Design,
inklusive technischer Beschreibungen,
Visualisierungen,
und optional Konstruktionszeichnungen.
Das Angebot wird vom individuell erstellten Dokument zur standardisierten, skalierbaren Vertriebseinheit.
Skalierung von Vertrieb und Internationalisierung
Für wachstumsorientierte Unternehmen ist Skalierbarkeit ohne proportionalen Personalaufbau entscheidend. Genau hier entfaltet der Produktkonfigurator seine strategische Wirkung.
Time-to-Market als Wettbewerbsvorteil
Neue Produkte, Varianten oder Preisänderungen werden zentral im Regelwerk gepflegt und sind sofort weltweit in allen Vertriebskanälen verfügbar.
Der Markteintritt beschleunigt sich signifikant – ein entscheidender Vorteil gegenüber Wettbewerbern mit manuellen Prozessen.
Multilingualität und Lokalisierung
Moderne Produktkonfigurator-Software unterstützt:
beliebig viele Sprachen und Zeichensätze,
länderspezifische Maßeinheiten,
regionale Produktlogiken und Normen.
Damit wird Internationalisierung operativ beherrschbar.
Währungs- und Marktlogiken
Preise lassen sich automatisch in verschiedene Währungen umrechnen. Gleichzeitig können:
unterschiedliche Preisniveaus,
Marktstrategien,
und Vertriebskanäle
zentral gesteuert werden.
Zentrale Governance bei globaler Skalierung
Alle Produkt-, Regel- und Preisinformationen sind weltweit konsistent verfügbar. Das sichert:
eine einheitliche Markenführung,
vergleichbare Angebotsqualität,
und volle Transparenz für das Management.
Unterstützung von Partner- und Händlervertrieb
Die Produktkonfigurator-Software ist ein entscheidender Hebel zur Professionalisierung indirekter Vertriebskanäle.
Befähigung von Partnern und Distributoren
Händler können auch komplexe Produkte:
technisch korrekt,
vollständig spezifiziert
und eigenständig anbieten – selbst ohne tiefes Expertenwissen.
Individuelle Partnerportale
Partner erhalten rollenbasierte Zugänge:
mit ihren individuellen Rabattsätzen,
ohne Einblick in Herstellkosten,
mit klar definierten Produktfreigaben.
Kollaborative Vertriebsmodelle
Typische Workflows:
Kunde startet die Konfiguration online,
Partner übernimmt Feinjustierung und Angebotserstellung,
Hersteller bleibt systemisch eingebunden.
Entlastung der Zentrale
Da Partner technisch valide Angebote selbst erstellen, sinkt:
die Anzahl technischer Rückfragen,
der Abstimmungsaufwand,
die Belastung von Engineering und Innendienst.
Produktkonfigurator als Differenzierungsmerkmal im Markt
Im globalen Wettbewerb wird die Produktkonfigurator-Software zunehmend zum Alleinstellungsmerkmal (USP).
Vom Produkt- zum Lösungsanbieter
Unternehmen verkaufen nicht mehr Einzelkomponenten, sondern kundenindividuelle Gesamtlösungen – effizient, reproduzierbar und skalierbar.
Emotionales Co-Design als Bindungsfaktor
Der „I-designed-it-myself“-Effekt steigert:
Identifikation,
Zahlungsbereitschaft,
und Zufriedenheit der Kunden.
Digitale Leadgenerierung entlang der Customer Journey
Self-Service-Konfiguratoren ermöglichen frühzeitigen Kontakt mit Interessenten und liefern:
qualifizierte Leads,
konkrete Bedarfsdaten,
klare Abschlussindikatoren.
Resilienz durch technologische Innovation
Unternehmen, die 3D-Konfiguration, AR oder interaktive Beratung einsetzen, setzen sichtbare Benchmarks und heben sich deutlich von Anbietern mit statischen Katalogen ab.
In der Go-to-Market-Strategie ist eine Produktkonfigurator-Software kein unterstützendes Tool, sondern ein zentrales Steuerungs- und Wachstumssystem.
Sie verbindet Preisstrategie, Skalierung, Internationalisierung und Differenzierung zu einem integrierten, digitalen Vertriebsmodell, das auch in komplexen und volatilen Märkten handlungsfähig bleibt.
Produktkonfigurator Software
Zukunftstrends und strategischer Ausblick
Die nächste Entwicklungsstufe der Produktkonfigurator-Software markiert den Übergang von statischen, regelbasierten Werkzeugen hin zu intelligenten, datengetriebenen Vertriebsplattformen.
Während klassische Konfiguratoren primär auf festen „If-Then“-Logiken beruhen, ermöglichen moderne Machine-Learning-Ansätze eine dynamische Analyse von Nutzerverhalten, Entscheidungssequenzen und Verkaufserfolgen.
Das Ergebnis:
Der Konfigurator wird vom reaktiven System zu einem aktiven, lernenden Verkaufsassistenten, der Abschlusswahrscheinlichkeiten erhöht, Beratungsaufwand reduziert und Margen systematisch absichert.
Machine Learning und KI in der Konfiguration
Künstliche Intelligenz transformiert den Konfigurationsprozess grundlegend – hin zu einem Guided Selling 2.0, bei dem das System nicht nur reagiert, sondern proaktiv steuert.
Automatisierte Vorschläge
Durch die Analyse tausender historischer Konfigurationen, Angebotsverläufe und Abschlüsse erkennt die KI typische Entscheidungsmuster. Daraus leitet sie optimierte Pfade ab und schlägt dem Nutzer automatisch wahrscheinliche, bewährte Kombinationen vor.
Prädiktive Fehlervermeidung
Lernbasierte Modelle identifizieren Konflikte im Auswahlverhalten frühzeitig. Technisch oder wirtschaftlich problematische Spezifikationen werden nicht erst geprüft, sondern präventiv vermieden.
Skalierung ohne Personalaufbau
KI-gestützte Konfiguratoren befähigen auch weniger erfahrene Vertriebsmitarbeiter, komplexe Angebote in kürzester Zeit zu erstellen. Der Beratungsaufwand sinkt signifikant, ohne dass Qualität oder Abschlussstärke leiden.
Dynamische Empfehlungssysteme (LSTM, Transformer und weitere Modelle)
Moderne Produktkonfigurator-Software nutzt spezialisierte Machine-Learning-Modelle für die sogenannte „Next-Step Prediction“ – also die Vorhersage der sinnvollsten nächsten Auswahl.
Long Short-Term Memory (LSTM)
LSTM-Netze sind besonders stark darin, langfristige Abhängigkeiten innerhalb von Klick- und Entscheidungssequenzen zu erkennen. In der Praxis liefern sie häufig die höchste Vorhersagegenauigkeit bei komplexen, mehrstufigen Konfigurationen.
Transformer-Modelle
Transformer-Architekturen nutzen Aufmerksamkeitsmechanismen, um große Mengen an Interaktionsdaten parallel zu analysieren. Sie eignen sich besonders für sehr lange, variable Konfigurationspfade mit vielen Optionen.
Random Forest als robuste Basis
Klassische Ansätze wie Random Forest dienen häufig als stabile Baseline. Sie liefern verlässliche Ergebnisse bei geringerem Rechenaufwand und sind besonders dann sinnvoll, wenn die Datenmenge begrenzt ist.
Treffsicherheit in der Praxis
Studien zeigen, dass datengetriebene Modelle bei der Top-3-Trefferquote Werte von über 90 % erreichen. In den meisten Fällen befindet sich die tatsächliche Entscheidung des Nutzers also bereits unter den ersten drei Vorschlägen.
KI-gestützte Datenbereinigung und Regelpflege
Eine der größten Hürden klassischer Produktkonfiguratoren – die Datenqualität – wird zunehmend durch KI-Automatisierung adressiert.
Automatisierte Datenaufbereitung
KI-Systeme können Produktinformationen aus heterogenen Quellen wie:
PDFs,
Webseiten,
Altsystemen
extrahieren, bereinigen und standardisieren. Das reduziert den manuellen Aufwand erheblich.
Effiziente Wartung von Regelwerken
Anstatt tausende Merkmale manuell zu pflegen, erkennt die KI Änderungen im Produktstamm und aktualisiert Attributverknüpfungen automatisch. Produktänderungen werden dadurch nahezu in Echtzeit im Konfigurator wirksam.
Wissensextraktion aus Bestelldaten
Algorithmen unterstützen dabei, implizites Expertenwissen aus historischen Bestellungen und Konfigurationen zu extrahieren und in formale Regeln zu überführen – ein wichtiger Schritt zur langfristigen Wissenssicherung.
Reifegradmodell: Heute relevant vs. Zukunftsmusik
Nicht jede KI-Funktion ist heute bereits wirtschaftlich sinnvoll. Für Entscheider ist die realistische Einordnung nach Reifegrad entscheidend.
Heute relevant (State of the Art)
Cloud-basierte 3D-Konfiguration
Augmented Reality zur Platzierung im realen Umfeld
Einfache prädiktive Empfehlungssysteme auf Basis von Sitzungs- und Verlaufsdaten
In naher Zukunft
Generative AI Shopping- und Sales-Assistenten, die natürliche Sprache verstehen
Automatische Übersetzung technischer Merkmale in kundennahe Verkaufsargumente
KI-gestützte Angebots- und Textgenerierung im Vertrieb
Zukunftsmusik
Vollständig autonome Engineer-to-Order-Konfiguration, bei der KI eigenständig neue Konstruktionen inklusive Berechnungen erstellt
Echtzeit-Simulation komplexer physikalischer Eigenschaften ohne menschliche Validierung
Risiken: Technologie-Hype ohne belastbare Datenbasis
So groß das Potenzial von KI ist – Geschäftsführer sollten neue Funktionen kritisch bewerten.
Abhängigkeit von der Datenbasis
KI ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie trainiert wird. Geringe Interaktionszahlen oder schlechte Stammdaten führen zu unzuverlässigen Ergebnissen.
Halluzinationen und Kontextverlust
Insbesondere generative Modelle können bei hochspezifischem technischem Kontext falsche oder unvollständige Aussagen erzeugen – im industriellen Umfeld ein erhebliches Risiko.
Overfitting
Modelle, die zu stark auf historische Daten optimiert sind, verlieren ihre Anpassungsfähigkeit an neue Marktanforderungen oder innovative Kundenwünsche.
Der gezielte Einsatz von KI verwandelt die Produktkonfigurator-Software von einer digitalen Rechenmaschine in einen strategischen Partner des Vertriebs.
Unternehmen, die datengetriebene Ansätze realistisch, schrittweise und mit klarer Governance einsetzen, sichern nicht nur Margen und Effizienz – sie verkürzen Abschlusszeiten von Tagen auf Minuten und schaffen die Grundlage für den Vertrieb der nächsten Generation.
Welche Konfigurator-Software passt wirklich zu Ihrem Vertrieb?
Ich helfe bei Auswahl, Konzeption und Optimierung von Produktkonfiguratoren, damit Angebote schneller entstehen, Preise stimmen und der Vertrieb zuverlässig arbeiten kann.
