28.01.2026

Shopware Produktkonfigurator – Strategische Architektur statt Plugin-Entscheidung

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Produktkonfigurator

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Warum Produktkonfiguration
im Shopware-Kontext eine Managementfrage ist


Produktkonfiguration wird im Shopware-Umfeld häufig als Feature betrachtet. Ein Plugin, ein Projekt, erledigt. Diese Sicht greift zu kurz.

Sobald Produkte variantenreich, erklärungsbedürftig oder technisch eingeschränkt sind, greift eine Produktkonfigurator-Software tief in Angebotslogik, Preisfindung und Vertriebsprozesse ein. Sie entscheidet nicht nur darüber, wie etwas verkauft wird, sondern ob ein Angebot fachlich, technisch und wirtschaftlich belastbar ist.

Dieser Artikel richtet sich an Entscheider, die Shopware 6 einsetzen oder evaluieren und vor der Frage stehen, wie Individualisierung, Konfiguration und Vertrieb sauber zusammenspielen. Ziel ist Orientierung, nicht Tool-Empfehlung.



Shopware 6
starke Commerce-Plattform, begrenzter Ort für Produktlogik


Shopware ist eine leistungsfähige Commerce-Plattform mit moderner Architektur und hoher Erweiterbarkeit. Für Content, Checkout und transaktionale Prozesse ist Shopware sehr gut geeignet.

Probleme entstehen dort, wo diese Flexibilität mit Eignung für komplexe Produktlogik verwechselt wird. Varianten und Regeln lassen sich abbilden, sind aber primär auf Verkaufsoptionen ausgelegt, nicht auf tief verzweigte Entscheidungs- und Abhängigkeitslogik.

Typische Folgen:

  • Produktwissen wandert in Plugin-Code und Templates

  • Regeländerungen greifen in den laufenden Shopbetrieb ein

  • Fehler wirken sich unmittelbar auf Preise und Bestellungen aus

  • Fachabteilungen verlieren Transparenz

Shopware ist ein starkes Frontend- und Commerce-System. Für komplexe Angebotslogik ist es strukturell nicht der richtige Ort.



Drei Integrationsmodelle für einen Shopware Produktkonfigurator


Die zentrale Architekturfrage lautet: Wo liegt die Produkt- und Angebotslogik?


1. Native Shopware-Funktionen

Geeignet für einfache Personalisierungen wie Gravuren oder Aufpreise.

Stärken: geringe Kosten, direkte Integration.

Grenzen: keine komplexen Regeln, starke Kopplung an den Shop.


2. Shopware-Plugins von Drittanbietern

Plugins erweitern Shopware um Berechnungen, Sets oder visuelle Logik.

Stärken: schnelle Einführung, vertrautes Backend.

Grenzen: Logik verbleibt im Shop, begrenzte Skalierbarkeit.


3. Stand-Alone Konfigurator- und CPQ-Systeme

Produktlogik liegt außerhalb von Shopware, der Shop übernimmt Darstellung und Checkout.

Stärken: saubere Trennung, hohe Regelkomplexität, Wiederverwendbarkeit für Vertrieb, CRM und ERP.

Grenzen: höherer Initialaufwand, Integrationsprojekt notwendig.

Für erklärungsbedürftige Produkte ist dieser Ansatz langfristig der stabilste.



Marktübersicht: relevante Systemklassen und Vertreter


Die folgende Übersicht ist bewusst kuratiert. Sie zeigt typische Lösungsansätze, keine vollständige Marktaufnahme.


Shopware-nahe Konfiguratoren


neonlines Produkt-Konfigurator

Flexibler Plugin-Konfigurator für maß- und regelbasierte Produkte.

Funktionen: Formelpreise, If/Else-Logiken, Bild-Layer, ERP-Anbindungen.

Hersteller: neonlines GmbH – https://www.neonlines.de

Referenz: Mein Holzfachmarkt.


Bogx Produkt-Konfigurator

Modulares System für zahlreiche Branchen.

Funktionen: Parametrische Berechnung, Set-Builder, Deep-Links.

Hersteller: Borucinski Grafix Software – https://www.bogx.de.


BuI Hinsche Konfigurator

Modular lizenzierbare Lösung für den Mittelstand.

Funktionen: Optionsbilder, Formeln, OSS-Mehrwertsteuer.

Hersteller: BuI Hinsche GmbH – https://www.bui-hinsche.com.



Stand-Alone CPQ- und Visual-Commerce-Systeme


Apto.ONE

Produktführender Stand-Alone-Konfigurator.

Funktionen: Regelwerke, 2D/3D, Guided Selling, Stücklisten, Shopware-Connector.

Hersteller: nanoLogika GmbH – https://apto.one.


CONFIGON

Industrielle CPQ-Plattform mit Fertigungsfokus.

Funktionen: 3D-Planung, CAD-Daten, ERP-Integration.

Hersteller: Resolto Informatik GmbH – https://www.configon.com.


K3-Konfigurator

No-Code-CPQ für Fachabteilungen.

Funktionen: Regel-Editor, 3D/AR, Angebotsgenerierung.

Hersteller: ObjectCode GmbH – https://www.k3-konfigurator.de.


CanvasLogic

Visual-CPQ mit Fokus auf Conversion.

Funktionen: Fotorealistisches 3D, AR, Guided Selling.

Hersteller: CanvasLogic GmbH – https://www.canvaslogic.de.


encoway

CPQ-Spezialist für Maschinen- und Anlagenbau.

Funktionen: Variantenmanagement, Guided Selling, SAP-Integration.

Hersteller: encoway GmbH – https://www.encoway.de.



Warum komplexe Produktlogik nicht in ein Shopware-Modul gehört


Produktlogik ist verdichtetes Unternehmenswissen. Wird sie im Shop oder in Plugins verankert, entstehen Abhängigkeiten, Intransparenz und erhöhte Fehleranfälligkeit.


Eine tragfähige Architektur trennt:

  • Shopware für Präsentation und Transaktion

  • Konfigurator/CPQ für Regeln, Validierung und Entscheidung

  • klare Schnittstellen für Preise und Konfigurationsdaten


Typische Fehlentscheidungen

  • Auswahl eines Konfigurators allein wegen des eingesetzten Shopsystems

  • Plugin-Entscheidungen ohne Analyse der Produktlogik

  • nachträgliche Kopplung von Shop, CRM und ERP

  • Unterschätzung des Pflegeaufwands von Regeln



Beratung vor Software


Nur weil ein Unternehmen Shopware nutzt, ist Shopware nicht automatisch der richtige Ort für Produktlogik. Produkte und Prozesse stellen eigene Anforderungen. Eine vorgelagerte Analyse klärt:

  • welche Art von Konfigurator benötigt wird

  • wo Logik fachlich hingehört

  • welche Systeme führend sein müssen

Erst danach ergibt eine Softwareauswahl Sinn.



Fazit


Ein Shopware Produktkonfigurator ist keine Plugin-Entscheidung, sondern eine Architekturfrage.

Unternehmen, die Produktlogik, Vertrieb und Systemlandschaft gemeinsam betrachten, schaffen stabile und skalierbare Konfigurationsprozesse. Alle anderen optimieren kurzfristig und sanieren später.

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